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15.04.2020

Volleyball: „Von 100 auf 0 – das war komisch“

Johannes Grodde ist 2008 vom Volleyball Internat Frankfurt nach Ostwestfalen gekommen und hat elf Jahre lang für die DJK Delbrück in der 2. Liga aufgeschlagen.

Er blieb seinem Verein auch nach dem Abstieg 2019 in der 3. Liga treu, wo er in der kommenden Spielzeit das macht, was er in der kürzlich abgebrochenen Saison offenbar so gut machte wie nie: Den Ball als Zuspieler so passen, dass seine angreifenden Mitspieler punkten können. 18 Partien hat die DJK absolviert, 14 davon gewonnen. Grodde, der auch Kapitän der DJK ist, wurde bei den siegreichen Spielen siebenmal als wertvollster Spieler ausgezeichnet und hat damit das MVP-Ranking in Liga 3 gewonnen. WV-Mitarbeiter Markus Schlotjunker sprach mit dem 30-Jährigen.

Siebenmal Gold: War das die beste Saison aller Zeiten für Sie?

Grodde: Das muss man relativieren. Zum einen haben wir ja selten in einer Saison so viel gewonnen, zum anderen hängt das von der Qualität der Mitspieler ab. Wenn ein Zuspieler oder Libero als MVP ausgezeichnet wird, dann ist die Mannschaft entweder sehr stark oder sehr schwach. Wenn man nur einen starken Angreifer hat, der dann von mir als Zuspieler immer den Ball bekommt, wird in der Regel meist dieser Angreifer ausgezeichnet. Ich kann dann glänzen, wenn die Qualität bei der Annahme hoch ist und wir ein variables Angriffsspiel haben. Das war in dieser Spielzeit der Fall.

Die Spielzeit wurde wegen der Corona-Krise abgebrochen. Die DVL hat von der 1. Bundesliga bis zur Regionalliga allen Vereinen die Möglichkeit eingeräumt aufzusteigen, wenn dies sportlich noch möglich gewesen wäre. Zudem dürfen alle, die sportlich den Abstieg noch hätten verhindern können, in ihrer Liga verbleiben. Eine gerechte Lösung?

Grodde: Man kann es in so einer Situation sicherlich nicht allen recht machen, aber ich halte das schon für die diplomatischste Lösung. Für die 3. Liga West, in der wir spielen, war sie aber letztlich nicht von Belang, weil beim Abbruch eigentlich alles schon klar war. Die Absteiger standen fest, wir hatten als einziger Verein für die 2. Liga genannt.

Trotz Beantragung der Vorlizensierung als Voraussetzung für die 2. Liga hat die DJK ihr Aufstiegsrecht dann doch nicht wahrgenommen. Warum?

Grodde: Das ist schwer zu begründen. Unsere zur Hälfte recht junge Mannschaft hat sich in der abgelaufenen Saison sehr gut entwickelt, aber die 2. Liga wäre schon ein anderes Kaliber gewesen. Dort hätten wir vielleicht gegen fünf, sechs Mannschaften eine Chance gehabt, aber auch den Druck, dann 100 Prozent des Leistungsvermögens abzurufen. Um in solchen Situationen zu bestehen, braucht unsere Mannschaft, brauchen die jüngeren Spieler noch mehr Spielpraxis. Geht die Entwicklung weiter nach oben, was sie muss, wenn wir in der 3. Liga Meister werden wollen, sind wir 2021 bereit für die 2. Liga. Dort, und das war jetzt bei der Entscheidungsfindung für die älteren Spieler so wie mich ein Kriterium, ist der Aufwand bei den Auswärtsfahrten und beim Training natürlich noch etwas höher. Da hätten wir alle, noch mal eine Schippe drauflegen müssen. Außerdem gibt es für jede Liga ein Pro und Contra. In der 3. Liga auswärts vor 15 Zuschauern zu spielen oder in der 2. Liga vier Stunden irgendwo hinzufahren, um nach einer Stunde Spielzeit und einem 0:3 vier Stunden zurückzufahren, macht auch wenig Spaß.

Heißt das, wenn die DJK 2021 tatsächlich aufsteigt, dann ohne Zuspieler Grodde?

Grodde: Nein. Aber vielleicht ist dann ein Nachfolger für mich in Sicht, so dass ich ein bisschen weniger spiele. Auf jeden Fall ist die DJK Delbrück für mich nach all den Jahren eine Herzensangelegenheit geworden.

Seit zwölf Jahren sind sie als Zuspieler bei der DJK gesetzt. Sie pausieren so gut wie nie, streben der 300er-Marke an Einsätzen entgegen, da ist es für Youngster Markus Lehmann, der seit einem Jahr als zweiter Zuspieler in Delbrück ist, sicher schwer, an Ihnen vorbeizukommen?

Grodde: Markus ist noch nicht so weit. Vielleicht macht es aber irgendwann Klick und es passt. Dafür braucht er aber auch viel Spielpraxis, was schwierig wird, wenn wir wieder um den Aufstieg spielen werden.

Um nächstes Jahr Erster zu werden, muss wahrscheinlich vor allem die SV Lüneburg II, die nun seit Jahren die 3. Liga West gewinnt, ohne aufsteigen zu wollen, überflügelt werden. Diesmal gab es für die DJK zwei 0:3-Klatschen gegen Lüneburg. Beeinflussten diese Pleiten die Delbrücker Entscheidung, ein weiteres Jahr in der 3. Liga Erfahrungen zu sammeln?

Grodde: Das weiß ich nicht. Ich würde auch das 0:3 in Lüneburg am allerersten Spieltag ausklammern, weil wir da nicht voll besetzt waren. Im Rückspiel waren wir aber tatsächlich nicht bei 100 Prozent. Vielleicht weil wir den Druck hatten, gewinnen zu müssen, um Meister zu werden. Anschließend haben wir aber in Aligse, die zuvor lange ungeschlagen waren, 3:1 gewonnen.

Drei Wochen nach dem Sieg war die Saison dann abgebrochen. Wie hat sich das angefühlt?

Grodde: Normalerweise freue ich mich, wenn die Spielzeit endet, weil man von August bis April eingespannt ist, aber so von 100 auf 0 gesetzt zu werden, war komisch. Zurzeit laufe ich etwas und halte mich zuhause fit. Mit meinen Mitspielern halte ich per Telefon Kontakt. Was uns fehlt, ist eine Saisonabschlussfeier, aber die wird irgendwann nachgeholt.

Foto: Jörg Janke

Quelle: Westfälisches Volksblatt

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